Warum wir plakatieren – und warum das wichtig ist

Text von Michael Gugat

Kaum sind die ersten Wahlplakate aufgehängt, gibt es Diskussionen:
„Das ist doch nur Müll.“ – „Das beeinflusst mich gar nicht.“ – „Da steht nur Belangloses drauf.“ – „Geldverschwendung!“

Wir kennen diese Einwände. Und doch: Plakatwerbung ist ein fester Bestandteil jeder Wahlkampagne – nicht nur für große Parteien, sondern gerade für kleine Wähler*innengemeinschaften wie unsere Lokaldemokratie in Bielefeld (LiB).

Und natürlich funktioniert Plakatwerbung ganz allgemein – sonst würde niemand so viel investieren

Im Jahr 2023 lag das weltweite Budget für Out-of-Home-Werbung (OOH), zu der auch Plakate und Billboards gehören, bei 41,9 Milliarden US-Dollar – ein Anstieg von 16 Prozent gegenüber dem Vorjahr und erstmals über 5 Prozent des globalen Werbebudgets. Unternehmen investieren massiv, weil dieser Kanal wirkt:

  • ROI (Return on Investment): Für jeden investierten Dollar in Plakatwerbung erhalten Marken im Durchschnitt das Sechsfache zurück – ein ROI von 497 Prozent.
  • Reichweite: In Städten erreichen Billboards zwischen 25.000 und 50.000 Menschen täglich, auf stark befahrenen Strecken sogar bis zu 100.000 Impressionen pro Tag.
  • Wahrnehmung: 89 Prozent der Befragten halten Billboards für eine wirksame Werbeform.

Plakate sind damit kein Relikt vergangener Werbetage, sondern ein effizienter und bewährter Baustein jeder Marketingstrategie – vom kleinen lokalen Anbieter bis zum Großkonzern.

Plakate sind Sichtbarkeit

Zurück zu unserem Wahlkampf hier in Bielefeld. Für uns gilt: Politik ist kein Selbstläufer. Wer nicht sichtbar ist, findet in der öffentlichen Wahrnehmung kaum statt. Plakate sorgen dafür, dass wir als Kandidierende und unsere Themen im Stadtbild präsent sind. Sie erinnern täglich daran, dass am 14. September Kommunalwahl ist – und dass es eine echte Alternative gibt.

Teil eines guten Wahlkampf-Mix

Plakate allein gewinnen keine Wahl. Sie sind nur ein Baustein im Marketingmix, zu dem auch Flyer, Infostände, direkte Gespräche, Social Media, Radiowerbung, Anzeigen, Pressemitteilungen und vieles mehr gehören. Jede dieser Maßnahmen erreicht unterschiedliche Menschen auf unterschiedliche Weise. Plakate sind oft der erste Berührungspunkt – und machen neugierig auf mehr.

Unser Ansatz: Lesbar, lokal und inhaltsstark

Wir setzen auf DIN A1-Plakate in fußläufig erreichbaren Bereichen. So können Passant*innen unsere inhaltlichen Statements wirklich lesen. Keine austauschbaren Schlagworte, sondern klare Botschaften zu unseren Kernthemen: Pflege, bezahlbarer Wohnraum, sichere Schulwege und Bürgerbeteiligung.

https://www.lokaldemokratie-in-bielefeld.de/2025/08/01/die-wahlplakate-der-lib/

Große DIN A0-Plakate an Ausfallstraßen mögen auffallen – gelesen werden sie im Vorbeifahren aber selten. Unser Ziel ist es, Inhalte statt nur Gesichter zu transportieren.

Warum das gerade für uns wichtig ist

Als kleine Wähler*innengemeinschaft haben wir weder die großen Budgets noch die riesigen Apparate der etablierten Parteien. Jede der großen Parteien in Bielefeld gibt rund zwanzigmal so viel Geld für den Wahlkampf aus wie wir. Unsere Plakate sind deshalb ein direkter und vergleichsweise kostengünstiger Weg, um in allen Stadtteilen sichtbar zu sein – ohne auf teure Anzeigenkampagnen angewiesen zu sein.

Wir haben insgesamt 1.000 Plakate im Einsatz. Dabei setzen wir bewusst auf DIN A1 statt auf die doppelt so großen DIN A0-Formate. Das spart nicht nur Platz und erleichtert das Anbringen in fußläufigen Bereichen – DIN A1 kostet auch nur etwa die Hälfte von DIN A0. So können wir mit dem gleichen Budget doppelt so viele Standorte bespielen und unsere Botschaften in der ganzen Stadt sichtbar machen.

Als lokale Wähler*innengemeinschaft sind wir ein Verein und keine Partei und erhalten deshalb keinerlei staatliche Parteienfinanzierung. Unser Wahlkampfbudget haben wir in den letzten fünf Jahren ausschließlich durch Mitgliedsbeiträge und kleine Einzelspenden angespart. Ein DIN A1-Plakat kostet etwa 2,50 Euro, ein DIN A0-Plakat rund 5 Euro. Auf teure Großflächenplakate, die pro Standort 500 bis 600 Euro kosten, haben wir verzichtet. Stattdessen haben wir selber an sieben Standorten in der Stadt Baustellenzaun-Dreiecke mit Mesh-Bannern aufgestellt – Gesamtkosten dafür rund 1.000 Euro.

Umweltaspekt: Bewusst mit Ressourcen umgehen

Natürlich verbrauchen Plakate Ressourcen. Deshalb verwenden wir recycelbare, wetterfeste Hohlkammerplatten. Nach der Wahl werden sie abgehängt und zum Umweltbetrieb gebracht. Wir plakatieren außerdem deutlich weniger Standorte als die großen Parteien – und gezielt dort, wo sie Sinn machen. Aber klar, die Plakate sind hinterher Müll, das wollen wir gar nicht schönreden.

Wir versuchen als kleinen Ausgleich, im Wahlkampf so gut es geht, auf den Einsatz von Autos zu verzichten und fahren mit unserem Lastenrad LiBelle durch die Stadt.

Fazit

Plakate sind kein Allheilmittel – aber sie wirken. Sie schaffen Aufmerksamkeit, machen uns im Stadtbild sichtbar und sind ein wichtiger Teil unserer Kampagne. Für uns als LiB bedeuten sie: Präsenz zeigen, Themen setzen, Alternativen sichtbar machen.

Am Ende geht es um mehr als nur ein Stück Plastik am Laternenmast: Es geht darum, Bielefeld zu zeigen, dass es am 14. September eine echte Wahl gibt.

💛 Jetzt hast du gelesen, was wir alles auf die Beine stellen – und dabei jeden Euro umdrehen.

Unser Wahlkampf lebt von der Unterstützung vieler Menschen. Auch kleine Beiträge helfen, damit wir Plakate drucken, Flyer verteilen und unsere Themen in ganz Bielefeld sichtbar machen können. Ab sofort kannst du uns sogar ganz unkompliziert per PayPal unterstützen. Jeder Euro bringt uns ein Stück näher an unser Ziel: mehr soziale Gerechtigkeit, mehr Beteiligung und frischen Wind für unsere Stadt. Danke, dass du uns den Rücken stärkst!

Spenden: https://www.lokaldemokratie-in-bielefeld.de/mitmachen-kontakt/